Hochglück Skitour

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Die einzigartige Hochglück Skitour

Wahrlich beeindruckend: Die Spritzkarspitze beim Start der Hochglück Skitour im Karwendel
Wahrlich beeindruckend: Die Spritzkarspitze beim Start der Hochglück Skitour im Karwendel

Geniale Hochglück Skitour aus dem Rißtal in der Eng
Nach meiner Skitour auf den Hochalplkopf zeige ich euch heute die wohl beliebteste Skitour im Gebiet rund um den Ahornboden. Es ist die Skitour auf den Hochglück. Sie beginnt ganz hinten im Rißtal, am Parkplatz in der Eng. Landschaftlich ist das eine der schönsten Ecken im ganzen Karwendelgebirge! Du bewegst dich mitten in den eindrucksvollen Steinbergen rund um die Eng. Von den urigen Hütten der Engalm geht es unterhalb der mächtigen Felsflanke der Spritzkarspitze hinauf. 800 Höhenmeter fälllt die steile Wand senkrecht zur Eng hinauf.

Von unten erscheint das Gelände imposant und gleichzeitig unbegehbar. Ich konnte mir lange Zeit nicht vorstellen, hier eine Skitour gehen zu können. Aber es ist möglich! Nicht umsonst ist die Hochglück Skitour im Karwendel so beliebt. Wenn du auf dem richtigen Weg unterwegs bist, ist die Hochglück Skitour technisch gar nicht so schwierig. Allerdings muß der Zeitpunkt passen und die Lawinensituation!

Die Hochglück Skitour ist eine Frühlingstour! Deshalb ist im Frühling ein großer Ansturm: Es ist der beste Zeitpunkt für sichere Verhältnisse, verbunden mit einer traumhaften Abfahrt im Firn. Außerdem ist es eine der letzten Skitouren, die im Mai noch möglich ist. Wenn woanders längst kein Schnee mehr für Skitouren liegt, geht es am Hochglück recht lange mit den Tourenski. Und der Hang ist ideal von der Neigung her für eine Frühlingsskitour. Die breite Skiabfahrt im Firn ist traumhaft. Komm mit und lies dir meinen Tourenbericht durch.

Skitour von der Eng auf den Hochglück

Der Ausgangspunkt der Hochglück Skitour

So genial die Lage der Hochglück Skitour hinten in der Eng ist, so anspruchsvoll ist es, im Winter hierher zu kommen! Der einzige Zugang mit dem Auto führt von Hinterriß über die Mautstraße zur Engalm. In den Wintermonaten ist die Mautstraße von Hinterriss in die Eng jedoch gesperrt. Entlang der Panoramastraße verläuft im Winter eine Langlaufloipe. Das ist übrigens eine wunderbare Loipe, ich habe sie natürlich schon öfter genossen. Hier kannst du über die beliebte Karwendelloipe lesen. Im Falle der Hochglück Skitour ist die Loipe bzw. die Sperrung der Mautstraße hinderlich. Jedes Jahr öffnet die Mautstraße in die Eng am ersten Mai. Passend zur Öffnung der Mautstraße am 01.05. ist das ein sehr guter Zeitpunkt, um die Skitour auf den Hochglück zu planen.

Denn sonst ist die Anreise zum Ausgangspunkt dieser Skitour etwas mühsam: Viele Bergfreunde satteln im April vor der Öffnung der Mautstraße in die Eng in Hinterriß vor der Mautschranke auf das Fahrrad. 12 Kilometer geht es dann samt Skitourenausrüstung auf dem Rücken per Bike über den großen Ahornboden bis in die Eng. Das ist eine mühsame Anreise… Von der Eng geht´s dann runter vom Mountainbike und hinauf auf die Tourenski. Für alle, die vor dem ersten Mai auf dem Hochglück möchten, ist das die einzige Möglichkeit. Definitiv gemütlicher ist es ab 01.05. – mit dem Auto bis zum Parkplatz in der Eng. Der Nachteil der Maivariante: Das machen viele Skitourengeher. Gerade an einem schönen ersten Mai wirst du hier ganz viele Skitourengeher treffen…

Hochglück oder Hochglückscharte

Von der Eng auf den Hochglück?

Da bin ich zufällig draufgekommen: Eigentlich führt für die meisten Skitourengeher die Skitour nicht auf den Hochglück, sondern die 2387 m hohe Hochglückscharte. Sie liegt zwischen dem 2573 m hohen Hochglück und der 2610 m hohen Eiskarlspitze. Nur wer von der Scharte noch genügend Kraft und Mut hat, mit Skistiefel in dem ausgesetzen Felsen (bis Schwierigskeitsstufe II)  zu klettern, erreicht den eigentlichen Hochglück. Das trifft aber auf die wenigsten Skitourenfreunde zu, es muß ja auch nicht der Gipfel sein. Selbst die Scharte kann man ganz oben nicht mit den Tourenski befahren.

Hochglück Skitour: Über das Kirchl mit Tourenski zum Hochglück

Blick vom Kirchl hinunter in die Eng, dort siehst du die Hütten der Engalm
Blick vom Kirchl hinunter in die Eng, dort siehst du die Hütten der Engalm

Die Skitourenroute zur Hochglückscharte – zum Kirchl

Vom Parkplatz in der Eng geht es aus dem Almboden hinter der Engalm hinauf. Ich orientiere mich bergwärts. Wo der Sommerweg zur Binsalm führt, steht ein unscheinbares Gebäude noch am Talboden (ein Stromkraftwerk). Hier geht es rechts hinauf in Richtung Spritzkarspitze – nicht dem weiteren Verlauf des Binsalm-Wegs folgen. Beim Stromkraftwerk biege ich rechts ab. Die Steigung nimmt zu. Links von dem leicht bewaldeten Bergfuß geht es ideal mit den Tourenski hinauf. Die Steigung ist insgesamt ok und so erreiche ich bald den Felsen im Karwendel. Er wird von den Einheimischen als „Kirchl“ bezeichnet, für viele Skitourengeher ist es der „Brotzeitfelsen“. Es ist ein riesiger Felsblock auf einem kleinen Plateau unterhalb der Bergspitzen. Die Spritzkarspitze überragt das Kirchl eindrucksvoll.

Beim Kirchl geht es links haltend über die relativ ebene Fläche, um dann dem Gelände folgend in einem breiten Bogen nach rechts aufzusteigen. Es folgt der anspruchsvollste Teil des Aufstiegs, der sich aber leichter darstellt, als ich erwartet habe. Ich gehe nicht direkt rechts hinauf, hier ist eine lawinengefährliche Stelle. Nach dem Aufstieg über den Bogen ist das Hochplateau unterhalb vom Hochglück erreicht. Nimm dir kurz Zeit und schau auch mal hinunter ins Tal, du überblickst den schönen Ahornboden. Das Ziel Hochglückscharte ist bald in Sicht, es dauert aber noch ein bißchen, bis das Ziel erreicht ist. Links bewundere ich die die winterliche Lamsenspitze.

Ein gruppiertes Berggelände liegt nun vor mir. Durch eine geschickte Routenwahl (eher links haltend und dann in einem Bogen nach rechts) ersparst du dir unnötiges auf und ab. So komme ich in das Kar unterhalb vom Hochglück. Bis hierher ist die Steigung gut zu gehen. Die folgenden Meter braucht es ein paar Spitzkehren. Dann ist das Skidepot unterhalb der Hochglückscharte erreicht. Die letzten 20 Meter des Aufstiegs erfolgen durch die schmale und steile Rinne ohne Ski. Pass auf, wenn es eisig ist! Ausrutschen solltest du hier definitiv nicht. Bei Pulverschnee ist der Aufstieg durch die Hochglückscharte kein Problem. Wenn das blanke Eis herausschaut, würde ich mir diesen Teil des Aufstiegs sparen. Ich habe Glück und kann meine Tritte in den frischen Pulverschnee setzen.

Nach rund 1200 Höhenmeter Austieg mit den Tourenski habe ich mein Ziel erreicht. Mir reicht die Hochglückscharte, ich will nicht mit Skistiefeln in den Felsen des Karwendel weiter klettern.

Auf der Hochglückscharte

Die Hochglückscharte im Karwendel

Von der Hochglückscharte hast du einen erstaunlich guten Ausblick. Obwohl es nicht der höchste Punkt dieser Bergkette im Karwendel ist, gibt es viel zu sehen. Du siehst hinüber nach Süden ins Inntal, die Tuxer Alpen und die südlich gelegenen Spitzen im Karwendelgebirge. Wahnsinn, wie gering die Luftlinie ins Inntal ist. Das wird mir hier oben mal wieder bewußt. Die Fahrt mit dem Auto hierher führt 80 Kilometer um die Berge herum. Luflinie wären es wohl gerade einmal 5 Kilometer. Kurz ist die Rast hier oben, weil nicht viele Skitourengeher Platz finden. Gerade wenn noch viel Schnee liegt. Ich bewundere die Aussicht und mache mich an den Abstieg zum Skidepot. Dort warten meine Tourenski bereits auf die Abfahrt. Diese Abfahrt hat es landschaftlich in sich!

—> schau dir den kurzen Film an, du wirst begeistert sein:

Skitour im Frühling

Die Hochglück Skitour läutet den Frühling ein

Rund 1200 Höhenmeter bester Abfahrt liegen bei der Hochglück-Skitour vor mir. Vom Skidepot habe ich viele Höhenmeter im Pulverschnee. Hier oben kommt einfach so gut wie keine Sonne über die Felsen. Das ist natürlich perfekt. Im Kar ist es zudem die perfekte Neigung zu fahren. Sonnseitig hast du Harsch, such dir also deine perfekte Spur. Unterhalb fahre ich entlang der Aufstiegsspur weiter. Besondere Vorsicht ist bei der Querung des Felsenbandes bis zum Kirchl angebracht. Spätestens hier hast du Firn.

Immer wieder gibt es die tollen Blicke auf die umliegenden Gipfel des Karwendelgebirge. Gegen Ende der Abfahrt dreht sich der Blick und zum Schluß ist nochmal die Engalm und das Rißtal von oben sehr gut zu sehen. Aus dieser Perspektive kenne ich das nicht, weil im Sommer keiner der üblichen Wanderwege mit diesem Blickwinkel verläuft. Zufrieden komme ich unten bei der Engalm an. Ein wunderbarer Skitourentag geht für mich am großen Ahornboden zu Ende. Nach der Hochglück Skitour kann der Frühling endgültig kommen!

Einkehr nach der Hochglück Skitour

Die Engalm ist im Winter geschlossen, wie auch alle anderen Hütten am Ahornboden. Auf dem Rückweg kehre deshalb in Hinterriß beim Tiroler Wirtshaus, dem Gasthof zur Post ein. Sehr gut hat mir dort zuletzt das Cordon Bleu geschmeckt. Das Gasthaus in Hinterriß hat auch im Winter geöffnet und nur wenige Tage vor dem ersten Mai geschlossen. Empfehlenswert ist im Gasthof Post in Hinterriss auch der Kaiserschmarrn. Der steht nur im Winter auf der Speisekarte. In den Sommermonaten gibt es zu wenig Zeit in der Küche, um ihn frisch zubereiten, hat mir der Wirt verraten. Und ein Fertiggericht-Kaiserschmarrn kommt für den Tiroler Wirt nicht in Frage. Deswegen gibt es den Kaiserschmarrn nur im Winter.

Hochglück Skitour

  • Höhendifferenz Aufstieg: ca. 1200 Höhenmeter
  • Länge: ca. 5 Kilometer
  • Gehzeit Aufstieg: ca. 3,5 Stunden
  • beste Zeit: Anfang Mai, nicht am 01.Mai oder Wochenende

Winter am Ahornboden

Neben dem Hochglück gibt es in der Gegend von Hinterriss Eng noch weitere schönen Skitouren! Ich habe sie hier in einem eigenen Beitrag zusammengetragen:
—> schau mal hier: Skitouren am Ahornboden

Der Ahornboden Winter hat aber noch weit mehr zu bieten! In Hinterriß ist eine kilometerlange Rodelbahn, die fast niemand kennt. Verlockend fand ich auch die Winterwanderungen rund um Hinterriß. Bist du schon einmal im Winter bei den Eiswänden der Klamm gewesen? Ich war dort und fand es beeindrucken. Bilder davon und wie du sie findest, habe ich hier im Beitrag über das Winterwandern in Hinterriss. Von der kilometerlangen Karwendelloipe habe ich oben schon geschwärmt.

Frühling am Ahornboden

Und wenn du dich nach der kalten Jahreszeit im Mai endlich wieder nach dem Frühling sehnst, das sind die Highlights für den Frühling am Ahornboden:

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